Film - Lebenszeichen

Mittwoch, den 24. Juni 2009
Deutschland 2008, 100 min.
Regie: Medienprojekt Wuppertal

Was bringt junge Menschen dazu, sich mit Rasierklingen, Scherben oder Messern selbst zu verletzten?

AUSDRÜCKLICHER HINWEIS:
Eine Borderlinestörung muss nicht zwangsläufig zu selbstverletzendem Verhalten führen. Das Ritzen kommt jedoch sehr häufig innerhalb dieser extremen emotionalen Belastung vor.

Was bringt junge Menschen dazu, sich mit Rasierklingen, Scherben oder Messern selbst zu verletzen? Die Gründe sind vielfältig. Die Schnitte, die sich vor allem Mädchen und junge Frauen zufügen, sind ein Sinnbild für große innere Not. Eine Not, für die sie häufig kein anderes Ventil finden, als die Gewalt gegen sich selbst. Der Dokumentarfilm "Lebenszeichen" begleitet fünf Mädchen und junge Frauen im Alter von 16 bis 20 Jahren aus ganz unterschiedlichen sozialen Schichten auf ihrem Weg aus diesem Teufelskreis. Eindringlich beschreiben sie, wie schwierig es für sie ist, der Sucht nach Selbstverletzung zu widerstehen und die Verantwortung für ihr Leben wieder zu übernehmen.

Die außergewöhnliche Ehrlichkeit, mit der sich die Mädchen und jungen Frauen der Kamera öffnen, hat ihren Grund. Der Film entstand im Medienprojekt Wuppertal. Dort produzieren Heranwachsende selbst Filme. Den ausgesprochen professionell aufgenommenen und montierten Erzählungen der Mädchen und jungen Frauen kann man sich nicht entziehen. Sie nehmen einen mit in ihre auf den ersten Blick kaum einfühlbare Welt. Folgt man ihnen, machen sie Mut, selbstverletzendes Verhalten offensiv und tabulos anzusprechen.

Der Hintergrund: Selbstverletzendem Verhalten, besonders das Ritzen, Kratzen und Schneiden, ist ein Symptom, das bei Heranwachsenden seit Beginn der 1990er-Jahre immer öfter beobachtet wird und das starke Bestürzung auslöst. Betroffen sind vor allem Mädchen und junge Frauen zwischen 13 und 20 Jahren. Mediziner sehen darin keine Krankheit, sondern ein Symptom für schwere seelische Belastungen, die sich in unerträglicher innerer Leere und Spannungszuständen, Trauer, Hass und Selbsthass äußern und für die ein Ventil gesucht wird.

Themen: Selbstverletzendes Verhalten, Pubertät, Mädchen, Ausgrenzung, Psychiatrie, soziale Milieus
Zielpublikum: Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren, besonders geeignet für Mädchen und junge Frauen; Jugendliche und Erwachsene, Lehrer, Eltern, Menschen, die mit Jugendlichen arbeiten, Selbsthilfegruppen, Therapeuten etc.

Zeiten:
Vom 18. - 24. Juni finden im Bali-Kino täglich um 10.00 Uhr Schülerveranstaltungen statt.
Der Filmladen bietet täglich um 19.30 Uhr Filme für die Öffentlichkeit
Der Eintrittspreis für Schüler beträgt 3,50 Euro bei mindestens 30 Schülern.
Der Eintrittspreis für die öffentlichen Abendtermine liegt bei 6,00- 7,00 Euro.

Terminliste:
Filme des Filmfestivals "Ausnahme/Zustand - Verrückt nach Leben" in Kassel 18. - 24. Juni im Bali-Kino (10:00 Uhr) und im Filmladen (19:30 Uhr)

Donnerstag 18.06.09 Übergeschnappt
Freitag 19.06.09 "...und plötzlich war alles anders..."
Montag 22.06.09 War Child
Dienstag 23.06.09 Recovery
Mittwoch 24.06.09 Lebenszeichen

Alle - sowohl vormittags als auch abends gezeigten - Filme werden durch Vertreter der Festival-Veranstalter betreut. Nach jedem Film wird im Foyer eine Besprechung des Films und Diskussionsmöglichkeit angeboten:

Mittwoch 24.06.09 - Thema: Selbstverletzendes Verhalten
"Lebenszeichen"- Verein Borderline Trialog Kassel

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